Homöopathie: Die Alternative zur klassischen Schulmedizin?
Die Freisinger SZ sprach mit der Freisinger Homöopathin und Augenärztin Dr. Alexandra Király-Bösl. Das nachfolgende Interview wurde am 15. Dezember 2003 in der Freisinger SZ veröffentlicht:

Inhalt

 


Was ist Homöopathie?

Das Prinzip der Homöopathie geht auf Samuel Hahnemann zurück, der 1755 in Meißen geboren wurde und in Leipzig und Wien Medizin studierte. Es besagt: Ähnliches soll durch Ähnliches geheilt werden. Dahinter steht die Idee, dass bestimmte Stoffe, die in großen Mengen Krankheitserscheinungen hervorrufen, in allerkleinsten Dosierungen gerade diese Störungen heilen können.

 

Was ist der Unterschied zur herkömmlichen Schulmedizin?

Der Unterschied ist eindeutig: In der Schulmedizin würde eine fieberhafte Grippe bei jedem Kranken in gleicher Weise mit chemischen Mitteln, nämlich mit fiebersenkenden Medikamenten behandelt werden. Anders ist es in der Homöopathie: Die Krankheit Grippe interessiert nur in zweiter Linie, viel wichtiger ist der Patient selbst. Manche werden bei Fieber schwitzen und nach frischer Luft verlangen, andere haben Schüttelfrost und decken sich bis über die Ohren zu. Der Homöopath versucht anhand solcher Hinweise die richtige, ähnliche Arznei zu finden. Homöopathie ist also eine wichtige Alternative bzw. Ergänzung zur klassischen Schulmedizin.

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Was kann mit Homöopathie behandelt werden?

Sowohl akute Erkrankungen wie z.B. eine Erkältung als auch chronische Erkrankungen wie z.B. ein allergischer Heuschnupfen können mit homöopathischen Mitteln behandelt werden. Eine akute Erkrankung wird in der Regel mit einem Mittel therapiert, das die Besonderheiten dieser einen Erkrankung erfasst. Bei den chronischen Erkrankungen ist es oft viel schwieriger, das richtige Mittel zu finden. Ebenso tiefgreifend wie die Erkrankung selbst muß der Homöopath auch die Eigenheiten und Besonderheiten des jeweiligen Menschen erforschen, um das passende Arzneimittel, das sogenannte "Konstitutionsmittel", zu finden. So kann ein erstes Krankheitsgespräch, die Erstanamnese, nicht selten 2 Stunden dauern.

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Was sind homöopathische Potenzen?

Als Hahnemann seine Mittel verabreichte, fand er heraus, dass sie besser wirkten, wenn sie stark verdünnt waren und mit jeder Verdünnungsstufe "verschüttelt" wurden. Diesen Vorgang nannte er "Potenzieren". Auch heute noch werden die homöopathischen Heilmittel im wesentlichen nach den Vorschriften Hahnemanns hergestellt. Dabei löst man meistens die Wirksubstanzen in Alkohol, nichtlösliche Substanzen werden mit Milchzucker verrieben. Eine Dezimalpotenz (D1) erhält man, wenn man ein Zehntel der Urtinktur mit neun Zehnteln Alkohol verdünnt. Zu jeder weiteren Potenz wird aus der jeweils vorangegangenen Potenz nur ein Zehntel zur weiteren Verdünnung verwendet. Untersuchungen mit radioaktiv markierten Substanzen haben ergeben, dass die Zahl der Moleküle trotz der enorm starken Verdünnung immer noch verhältnismäßig groß ist. Bei einer Potenz D15 sind noch etwa eine halbe Million Moleküle in einem Kubikzentimeter vorhanden. Das Prinzip der Homöopathie hat sich bis heute allen wissenschaftlichen Erklärungsversuchen entzogen. Erwiesen ist jedoch, dass die Wirkungen der Homöopathie weit über den Placebo-Effekt hinausgehen.

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Für wen ist die Homöopathie geeignet?

Grundsätzlich ist die Homöopathie für jedermann geeignet. Man darf natürlich keine Wunder erwarten: Als Therapie von chronischen Erkrankungen verlangt sie eine gewisse Geduld. Gerade bei Kindern, die noch wenig Fremdreizen ausgesetzt sind, können mit homöopathischen Mitteln überraschend schnelle und deutliche Erfolge erzielt werden.

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Wie wird man Homöopath?

Ärzte dürfen diese Zusatzbezeichnung führen, wenn sie nach einer dreijährigen berufsbegleitenden Ausbildung erfolgreich eine Abschlussprüfung abgelegt haben.

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