Früherkennung
Den Durchblick behalten: Rechtzeitige Augenuntersuchungen sind nicht nur bei Erwachsenen, sondern schon bei Kleinkindern wichtig. Freisinger Tagblatt-Redakteurin Frau Silke Könicke befragte die Freisinger Augenärztin Dr. med. Alexandra Király-Bösl (Februar 2002).

Inhalt

 


Kann ich bereits mein Baby augenärztlich untersuchen lassen?

Selbstverständlich! Bereits bei Babys kann man eine augenärztliche Untersuchung durchführen und z.B. eine Fehlsichtigkeit feststellen.

 

Wann sollte ich mit meinem Kind zum Augenarzt gehen?

Kinder sollten sofort zu einer augenärztlichen Untersuchung bei sichtbaren Auffälligkeiten der Augen, wie z.B. Augenzittern, Hornhauttrübungen, grau-weißlichen Pupillen, großen lichtscheuen Augen oder bei Hängelidern, die Pupille verdecken, oder falls sich die Eltern einer Sache nicht sicher sind. Im sechsten bis zwölften Lebensmonat sollten die Kinder zum Augenarzt bei erhöhtem Risiko für Schielen, für Fehlsichtigkeiten oder für erbliche Augenerkrankungen. Das liegt z.B. vor bei Frühgeburten, Kindern mit Entwicklungsrückstand, Geschwistern oder Kindern von Schielern und stark Fehlsichtigen sowie bei Kindern aus Familien mit bekannten erblichen Augenerkrankungen. Mit zwei Jahren sollten alle übrigen, auch unverdächtigen Kinder untersucht werden zur frühzeitigen Entdeckung eines kleinwinkligen Schielens oder von optischen Brechungsfehlern.

 Zurück zum Inhaltsverzeichnis 

 

Warum kann man nicht warten bis zur Einschulung, wenn die Kinder bei der Untersuchung besser kooperieren?

Je später eine Störung der Sehentwicklung erkannt wird, desto größer ist das Risiko einer Schwachsichtigkeit (Amblyopie), die nicht mehr voll geheilt werden kann. Bereits bei Kleinkindern kann eine Brille verordnet oder ggf. eine Abklebetherapie durchgeführt werden.

 Zurück zum Inhaltsverzeichnis 

 

Wie wichtig sind regelmäßige Augenuntersuchungen bei Erwachsenen?

Besonders wichtig ist z.B. die Früherkennung des grünen Stars.

 Zurück zum Inhaltsverzeichnis 

 

Was versteht man unter grünem Star?

Grüner Star oder Glaukom ist der Oberbegriff für eine Gruppe von Augenerkrankungen, die meist mit einem erhöhten Augeninnendruck, einer Schädigung des Sehnerven und Gesichtsfeldausfällen einhergehen. Das Glaukom ist die häufigste Erblindungsursache in der industrialisierten Welt; zwei von 100 Menschen, die das 40. Lebensjahr überschritten haben, leiden daran. Die Gefährlichkeit bei dieser Erkrankung liegt darin, dass sie oft keine Beschwerden verursacht und dadurch erst sehr spät entdeckt wird, wenn schon Schäden am Auge entstanden sind.

 Zurück zum Inhaltsverzeichnis 

 

Grüner Star - was kann man tun?

Wichtig ist der regelmäßige Gang zu einer Glaukomvorsorgeuntersuchung ab 40 Jahren, besonders dann, wenn in der Familie Glaukomfälle vorliegen und eine vererbbare Veranlagung bekannt ist. Wenn der erhöhte Augeninnendruck rechtzeitig erkannt und gesenkt wird, ist der Schaden für das Sehvermögen meist gering. In der Regel genügt eine Behandlung mit drucksenkenden Augentropfen; in selteneren Fällen hilft nur eine Operation. Ein nicht behandelter erhöhter Augeninnendruck kann zur Schädigung des Sehnerven und schlimmstenfalls zur Erblindung führen. Wichtig ist: Ein durch den grünen Star verursachter Sehverlust ist endgültig! Ein durch den grauen Star bedingter Sehverlust kann wieder rückgängig gemacht werden.

 Zurück zum Inhaltsverzeichnis 

 

Was ist grauer Star?

Unter grauem Star oder Katarakt versteht man eine Trübung der Augenlinse. In den meisten Fällen gehört dieser Vorgang zum normalen Alterungsprozess. Das Auge lässt sich am besten mit einem Fotoapparat vergleichen: Vorne befindet sich die Linse, die das Licht auf die Netzhaut wie auf einen lichtempfindlichen Film bündelt. Ist die Linse trüb geworden, wird auf der Netzhaut nur noch ein verschwommenes Bild erzeugt.

 Zurück zum Inhaltsverzeichnis 

 

Wie bemerkt man den grauen Star?

Hauptsächlich daran, dass man verschwommen sieht. Zusätzlich kann eine gesteigerte Blendungsempfindlichkeit vorliegen, die zu Schwierigkeiten bei Nachtfahrten mit dem Auto führt. Die Sehverschlechterung schreitet normalerweise nur langsam fort.

 Zurück zum Inhaltsverzeichnis 

 

Grauer Star - was kann man tun?

Der Augenarzt kann mit einfachen Untersuchungsmethoden feststellen, ob ein grauer Star vorliegt. Falls das Sehvermögen noch nicht sehr beeinträchtigt ist, kann tagsüber eine Sonnenbrille gegen die Blendung helfen. Die Beleuchtung beim Lesen sollte optimiert werden. Wenn die Sehverschlechterung schon weiter fortgeschritten ist, kann mit modernen mikrochirurgischen Techniken eine Katarakt-Operation durchgeführt werden; dies ist in den meisten Fällen ambulant möglich.